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Datiert wird das Epitaph anhand der ursprünglichen Inschrift in ähnlich lautenden überlieferungen von Jakob Heinrich Hilbrandt (1768), Daniel Eberhard Beyschlag (1801) und Johannes Müller (um 1818) in das Jahr 1463. Die Dargestellten sind anhand der Wappen und bereits erwähnter Inschrift zu identifizieren. Es handelt sich um Magdalena, geb. Fuchshart, ihre Kinder und ihren Gatten Heinrich Müller, den erfolgreichsten Kaufmann in Nördlingen und Mitstifter des Hochaltars in St. Georg.
Das Epitaph zeigt eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes. Am Fuß des Kreuzes liegt ein Totenkopf entsprechend der Legende, die Kreuzigung Christi auf dem Kalvarienberg (Golgatha) habe über dem Grab Adams stattgefunden. Durch das Erdbeben beim Kreuzestod sei der Totenschädel sichtbar geworden. Direkt daneben blühen Märzenbecher, die in der sonst so kargen Landschaft ein Zeichen für das, durch den Tod Christi, wiedergewonnene Paradies zu sein scheinen. Die Mitglieder der Stifterfamilie knien betend zu Füßen der Heiligen. Sie sind durch ihre kleinere Körpergröße von Johannes und Maria abgesetzt, wodurch sie devoter als die Stifter auf dem Georgsaltar oder Herlins Familienaltar erscheinen, die jeweils in gleicher Größe wie die Heiligen dargestellt sind.
Das typische Kennzeichen des Epitaphs im Unterschied zu einem Votivbild, die Inschrift mit dem Sterbedatum des Verstorbenen, ist bei dem Müller Epitaph verloren gegangen. Epitaphien wurden zum Totengedächtnis in Kirchen gestiftet, jedoch ohne Zusammenhang zur Grablege der Verstorbenen, an die sie erinnern sollten. Im Glauben, dass sich dies günstig auf das Seelenheil für die Verstorbenen auswirke, sollten sie zudem den Betrachter zur Fürbitte für die Toten anregen. Da auf dem Müller Epitaph nicht nur ein Verstorbener verbildlicht ist, sondern die gesamte Familie Heinrich Müllers, wird die Tafel gleichzeitig zum Familiendenkmal.

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