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Ein kleiner Rückblick auf unsere vergangenen Jahresausstellungen....

2001 - "Poesie und Psyche"

Der Nördlinger Maler Robert Beyschlag

Der Nördlinger Maler Robert Beyschlag (1838 - 1903) arbeitete nach seiner Ausbildung an der Münchener Akademie als Genremaler für die im 19. Jahrhundert florierende Druckindustrie in In- und Ausland. Wandbilddrucke, Beilageblätter in Zeitschriften und illustrierte Prachtalben erfreuten sich als Gemälde-Ersatz allergrößter Beliebtheit. Bestimmt durch die Nachfrage des Marktes waren vor allem Bildthemen gefragt, die die Sehnsucht nach einer heile

In Welt in einer immer schneller werdenden Zeit stillten. Sie führen in ein dem Alltag enthobenes, ideales Leben, in dem allein die Gesetze des Schönen und Guten regieren.

Robert Beyschlag konzentrierte seine Arbeit auf die Wiedergabe historisierender Genresdarstellungen. Meist spielen dabei Kinder, junge Paare und heimelige Familienszenen eine wichtige Rolle. Er komponierte eine eigene ideale Welt. Dabei beeinflusste ihn mit großer Sicherheit seine eigene Herkunft: In den altdeutschen Genrebildern erinnern Architekturdetails wie Tore, Türme oder die Mauern einer Bastei immer wieder an das mittelalterliche Stadtbild von Nördlingen.

Sonderausstellung im graphischen Kabinett

Geöffnet 1. März - 4. November 2001
täglich außer Montag
13.30 - 16.30 Uhr

 

Karl Schlierf – Ein Leben für die Malerei

Viele betrachten Karl Schlierf als den Nördlinger und Rieser Maler des 20. Jahrhunderts schlechthin. In Memmingen geboren, zog er mit seinen Eltern 1912 nach Nördlingen. Karls Mal- und Zeichentalent zeigte sich schon in jungen Jahren. Gerne hätte der junge Mann seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und wäre Zeichenlehrer geworden.

 Geprägt von der Tätigkeit des Vaters als Lokomotivführer schlug er jedoch die Laufbahn bei der Bahn ein, die ihm eine gesicherte Existenz garantierte. Der Beruf brachte Karl Schlierf ein unstetes Leben: Versetzungen und Kriegsdienst ließen ihn u. a. in Wassertrüdingen, Ansbach, Rothenburg o. d. Tauber, Haßfurt, Schweinfurt, Würzburg und Kempten leben. Immer wieder zog es Schlierf jedoch in die selbstgewählte Heimatstadt Nördlingen zurück, in der er auch seinen Lebensabend verbrachte. Die Fülle seiner Rieser Ansichten zeigt, dass er der Stadt und dem Ries heimatlich sehr verbunden war.

Obwohl reiselustig, litt der heimatverbundene Mensch Karl Schlierf - vor allem in den ersten Jahren seiner Tätigkeit bei der Bahn - unter dem häufigen Wohnortwechsel. Trost verschaffte ihm seine Leidenschaft, das Malen. Ob kriegsbedingt in Nordostdeutschland unterwegs, oder im Innendienst in fränkischen Städten, stets führte er Malutensilien mit sich. Auch bei seinen Besuchen in Nördlingen, dem Wohnort der Eltern, griff Schlierf immer wieder zu Pinsel und Stift. Neben einer Vielzahl von Stadtansichten entstand so im Laufe der Jahre auch eine Fülle von Rieser Ansichten. 

Nach seiner Pensionierung 1963 konnte sich Schlierf uneingeschränkt der Malerei widmen. Das Ries bot ihm dabei ein Fülle von Motiven. Immer wieder unternahm er mit seiner Frau Lucie Ausflüge in die Rieser Landschaft, um Licht und Stimmung einzufangen. Schlierf nützte bevorzugt Aquarell- und Temperatechnik, die seiner zügigen Arbeitsweise entgegenkam. In den Nachkriegsjahrzehnten, einer Zeit schnellen Umbruchs, schuf er mit seinen Bildern wertvolle Dokumentationen der Dörfer und Landschaften im Ries.

 

Geöffnet 3. Mai – 21. Juli 2002
täglich außer Montag
13.30 - 16.30 Uhr

 

2006 Kinder lasst die Schule sein.

Wir feiern 600 Jahre Stabenfest...

Privatfotos Nördlinger Soldaten aus dem 1. Weltkrieg 1914–1918

Am 4. August 1914 brach mit der deutschen Invasion in Belgien der Erste Weltkrieg aus. Vier Jahre später, am 11. November 1918, schwiegen die Waffen. Zwischen dem Ausbruch des Krieges und der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles am 28. Juni 1919 gab es weltweit Millionen Tote zu beklagen.

Genauso wie viele andere deutsche Männer zogen zu Kriegsbeginn auch die Nördlinger optimistisch ins Feld. Die Anteilnahme der Daheimgebliebenen am Kriegsgeschehen war groß. Allerorten prangten patriotische Motive und Soldaten schickten im Bewusstsein, eine bedeutende Zeit zu erleben, Erinnerungsstücke von der Front nach Hause.

Auch von amtlicher Seite her bemühte man sich in Nördlingen offensichtlich um eine Sammlung kriegsrelevanter Dokumente. In Kartons eingelagert, fanden sich im Stadtmuseum Nördlingen neben Flugblättern, Schützengrabenzeitungen und Kartenmaterial zahlreiche Fotografien aus dem französischen Frontgebiet. Anhand dieser Aufnahmen kann man den Nördlinger Soldaten auf ihrem Weg “in Feindesland” folgen. Mit einfachen Kameras fotografierten u.a. der Kaufmann und freiwillige Sanitäter Hermann Strauß (*1893) sowie der Apotheker und Heimatforscher Dr. Ernst Frickhinger (1876-1940) ihren Kriegsalltag und die verwüsteten Regionen in Lothringen, Nord-Pas-de-Calais, Picardie, Artois und in Belgien zwischen 1914 und 1918. Die Bilder stellen heute ein unmittelbares Zeugnis unvorstellbarer Zerstörung dar.

Die Ausstellung zeigt 72 Fotografien, die mit deutschen und französischen Untertiteln versehen sind.

2015 - Vor fünzig Jahren brannte das Nördlinger Hafenhaus nieder.

"Vom Baudenkmal zum Trümmerhaufen" über die Geschichte des Hafenhauses noch bis 8. Nov. im Stadtmuseum.

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2015: Napoleon im Kleinformat

Europäische Ereignisse 1812–1815 in der Druckgrafik von Johann Michael Voltz 

Vor 200 Jahren endete mit der Verbannung Napoleon Bonapartes (1769–1821) auf die britische Atlantikinsel St. Helena eine europäische Epoche. Zuvor beherrschte er mit seiner Politik und seinen militärischen Unternehmungen rund zwei Jahrzehnte lang den ganzen Kontinent.

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Napoleons militärische Schachzüge wurden allerorten gespannt verfolgt. Neben den Zeitungen waren es vor allem druckgrafische Einzelblätter, die der Bevölkerung aktuelle Tagesereignisse zeitnah und kostengünstig illustrierten. Einer der wichtigsten Illustratoren in dieser turbulenten Zeit lebte und arbeitete in Nördlingen. Johann Michael Voltz (1784–1858) erhielt aus den druckgrafischen Produktionszentren Augsburg und Nürnberg Aufträge für literarische, allegorische und karikaturistische Szenen.Großer Beliebtheit erfreuten sich auch seine Blätter, die die aktuellen politischen Weltereignisse aufgriffen. Häufig taggenau datiert, illustrierte Voltz die großen Schlachten Napoleons und kommentierte die Treffen europäischer Herrscher. Er stellte Zeitgeschehen und anekdotische Ereignisse lebendig dar, wertete sie und unterhielt damit sein bürgerliches Publikum.

 

Knapp 4.000 Blätter, meist im Druckformat 18 x 25 cm,  lassen sich auf die Entwürfe von Johann Michael Voltz zurück führen. Rund 600 davon – koloriert und unkoloriert – bewahrt das Stadtmuseum Nördlingen.

 

Sonderausstellung
17. März–8. November 2015
Di–So, 13:30–16:30 Uhr

2016 - 500 Jahre Reinheitsgebot

Von Nördlingens Brauereien und Wirtshäusern

500 Jahre ist es 2016 her, dass das bayerische Reinheitsgebot erlassen wurde. Aus diesem Anlass blickte das Stadtmuseum auf die lange Geschichte des Bieres und der Gasthäuser in Nördlingen.

Schon keltische und römische Funde aus dem Stadtgebiet weisen auf den Konsum von Gerstenbier hin. Auch der Stadtteil “Hopfengarten” liefert einen Hinweis auf den Anbau einer der Grundzutaten für Bier in Nördlingen. Mit dem Ungeld, das König Ludwig 1327 auf Wein und Bier erheben lässt, um damit eine neue Stadtmauer zu bauen, erscheint der Bierkonsum als Wachstumsmotor.

Im Stadtmuseum bildete das Bräuhaus des Spitals von 1534 das Portal in eine Ausstellung, in der vergangene Brau- und Wirtshauskultur Nördlingens mit zahlreichen privaten Leihgaben fotografisch und filmisch lebendig wurde.

Auf der interaktiven Karte können sie die "Wirtschaftsentwicklung" der Stadt nachverfolgen.

 

 
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Nördlinger Kirchengeschichte vom Mittelalter bis zur Reformation

Das Leben im Mittelalter war geprägt vom Glauben und der Kirche. Auf die Gnade Gottes im Jenseits hoffend, schufen die Menschen in der freien Reichsstadt Nördlingen riesige Bauten wie die St.-Georgs-Kirche und soziale Einrichtungen wie das Hl.-Geist-Spital.Die neue Ausstellung in der aufwändig sanierten, ehemaligen Krankenhalle des Spitals beleuchtet die mittelalterliche Spiritualität und folgt der Kirchengeschichte bis in die Reformation hinein. Ein reichhaltiger Schatz an spätmittelalterlichen Tafelbildern - nicht nur von Friedrich Herlin und Hans Schäufelin -, Kultgeräte, Grafiken und Gebrauchsgegenstände illustrieren die Zeitumstände.Medial erhält der Besucher aufregende und einzigartige Einblicke.Eine Ausstellung im Rahmen des Lutherjahres 2017
 

2005 - "Feuer und Flamme"

Vor 30 Jahren begann der Sammler Jürgen Koch, sich mit dem Thema 'Feuer' zu beschäftigen. Zunächst befasste er sich mit den steinzeitlichen Methoden des Feuermachens. Er experimentierte mit Feuersteinen oder mit der Zunder-aufbereitung. Zugleich entstand zum Thema ?Feuer und Licht? eine umfangreiche Sammlung, die in der Ausstellung präsentiert wird. Die Ausstellungsstücke zeigen die Entwicklung der Beleuchtungsgeräte, bevor das elektrische Licht seinen Siegeszug antrat. Lange Zeit erhellten beispielsweise Kienspäne, Fackeln, öllampen und Kerzen die Winter und Nächte eher spärlich. Mehr Licht spendeten dann bis ins 20. Jahrhundert hinein Petroleumlampen. Daneben kamen Spiritus-, Benzin- und Karbidlampen in vielen Bereichen zum Einsatz.

Rieser in Amerika

Das Ries hatte um 1850 rund 32.000 Einwohner. über 1.330 davon verließen ihre Heimat Richtung Nordamerika. Dort erhofften sie für sich freie Berufswahl und persönliche Entfaltungsmöglichkeiten Religionsfreiheit und eine demokratische Verfassung, Landbesitz und Wohlstand. Abgesehen von länderunabhängigen Unglücks- und Todesfällen machten die meisten Rieser in bescheidenem Rahmen ihr persönliches Glück. Ihre kulturelle Eingliederung hat alltägliche Züge: Freunde und Schule, Beschäftigung auf der Farm, Militärdienst im Bürgerkrieg, Heirat und Familiengründung. Dennoch beeinflussten sie zusammen mit anderen Einwanderern Geschichte, Politik und Alltagsleben. Sie wurden Teil der amerikanischen Kultur und Gesellschaft, einem dynamischen, politisch und sozial erst entstehenden Land. So finden sich Kinder und Enkelkinder Rieser Einwanderer als englisch sprechende amerikanische Staatsbürger in einem Football-Team wieder. Stolz und emotional nehmen ihre Nachfahren heute noch ihre Rieser Herkunft wahr. Was die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 in dem "Streben nach Glück" als Menschenrecht forderte und in der Verfassung garantieren wollte, das lebten deutsche Emigranten - wenn auch zumeist mit kleinen Erfolgen.

 

 

 

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